Was ist ein oberirdischer Lagertank? Wesentliche Infrastruktur für die industrielle Flüssigkeitslagerung
In industriellen Verarbeitungsanlagen, Erdölraffinerien, kommunalen Wasserversorgungsunternehmen und landwirtschaftlichen Einrichtungen ist die sichere Lagerung großer Flüssigkeitsmengen eine betriebliche Notwendigkeit. Im Gegensatz zu unterirdischen Systemen, die verborgen sind, sind oberirdische Lagertanks (ASTs) vollständig oder hauptsächlich auf der Erdoberfläche positioniert.
Entwickelt, um alles von Rohöl und raffinierten Kraftstoffen bis hin zu Chemikalien, Trinkwasser und industriellem Abwasser zu lagern, bieten oberirdische Tanks eine klare Sicht, einfacheren Inspektionszugang und einfachere Wartungsprotokolle im Vergleich zu unterirdischen Alternativen.
1. Grundlegende Konstruktionsarten und Konfigurationen
Oberirdische Lagertanks werden in verschiedenen strukturellen Konfigurationen hergestellt, die durch die Flüchtigkeit, den Druck und die chemischen Eigenschaften des gelagerten Produkts bestimmt werden:
● Tanks mit festem Dach (Kegel- oder Kuppeldächer): Mit einem dauerhaft befestigten Dach, das direkt an den Mantel geschweißt ist, werden diese Tanks häufig für Produkte mit niedrigem Dampfdruck wie Diesel, Heizöl, Wasser und schwerere Chemikalien verwendet. Sie erfordern normale und Notentlüftung, um interne Dampfschwankungen zu bewältigen.
● Tanks mit internem Schwimmdach (IFR): Diese kombinieren ein festes Außendach mit einem internen Deck, das direkt auf der Oberfläche der Flüssigkeit schwimmt. Durch die Eliminierung des Dampfraums im Tank reduzieren IFR-Systeme Verdunstungsverluste und Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (VOCs) drastisch.
● Tanks mit externem Schwimmdach (EFR): Diese sind ohne festes Dach konstruiert; das offene Gefäß verfügt über ein Deck, das direkt mit dem Flüssigkeitsstand steigt und fällt. Ausgestattet mit speziellen Randdichtungen sind EFR-Tanks Standard für die großflächige Lagerung von Rohöl und Kohlenwasserstoffen mit hoher Flüchtigkeit.
2. Industriestandards und regulatorische Rahmenbedingungen
Da ASTs häufig brennbare, gefährliche oder umweltempfindliche Materialien enthalten, unterliegen ihre Konstruktion, Fertigung und ihr Betrieb strengen international anerkannten technischen Normen:
● API 650 (Geschweißte Tanks für die Öllagerung): Die maßgebliche internationale Norm, die die Mindestanforderungen an Materialauswahl, Konstruktion, Fertigung, Errichtung und Inspektion von vertikalen, zylindrischen, oberirdischen geschweißten Stahltanks festlegt, die bei atmosphärischem oder nahezu atmosphärischem Druck betrieben werden.
● API 620 und API 653: API 620 regelt große Tanks mit niedrigem Druck, während API 653 wichtige Protokolle für die Inspektion, Reparatur, Änderung und den Wiederaufbau bestehender oberirdischer Stahltanks (ASTs) während des Betriebs bereitstellt.
● Umweltschutz und sekundäre Eindämmung: Aufsichtsbehörden schreiben strenge Auflagen zur sekundären Eindämmung (wie Betondeiche, doppelwandige Hüllen oder undurchlässige Auskleidungen) um oberirdische Lagertanks vor, um eine vollständige Auffangung im Falle eines versehentlichen Austritts oder Tankbruchs sicherzustellen.
Vergleichsmatrix: Oberirdische vs. unterirdische Lagertanks
Bewertungsparameter | Oberirdische Lagertanks (ASTs) | Unterirdische Lagertanks (USTs) |
Inspektion & Überwachung | Hohe Sichtbarkeit; einfache routinemäßige Sichtprüfungen auf Lecks und Korrosion | Verborgen; erfordert spezialisierte, kostspielige zerstörungsfreie Prüfung (NDT) |
Installationskomplexität | Schnellere Errichtung; erfordert planierte Fundamentplatten (Ringwälle oder Schotter) | Komplexe Aushubarbeiten, Verankerung gegen Auftrieb und Wiederverfüllung |
Umweltrisikomanagement | Sichtbare Lecks werden sofort erkannt; leicht mit sekundären Deichen kombinierbar | Unterirdische Lecks können lange Zeit unbemerkt bleiben und schwere Boden-/Grundwasserverschmutzung verursachen |
Raumnutzung | Erfordert eine eigene Bodenfläche | Schafft oberirdische Flächen für andere betriebliche Zwecke |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Was ist ein oberirdischer Lagertank (AST)?
A: Ein oberirdischer Lagertank ist ein Behälter oder Container, der vollständig oder überwiegend auf der Erdoberfläche positioniert ist und dafür ausgelegt ist, Flüssigkeiten wie Erdölprodukte, Chemikalien, Wasser oder Abwasser aufzunehmen.
F: Welche primäre technische Norm gilt für die Konstruktion von oberirdischen Stahltanks (ASTs)?
A: Die Norm API 650 des American Petroleum Institute (API) ist der internationale Maßstab für die Konstruktion, Materialauswahl, Fertigung und Prüfung von geschweißten oberirdischen Stahllagertanks.
F: Wie werden Umweltlecks um oberirdische Lagertanks verhindert oder gemanagt?
A: Anlagen verwenden Systeme zur sekundären Eindämmung – wie Betonwälle, Stützmauern oder doppelwandige Tankkonstruktionen – zusammen mit kathodischem Korrosionsschutz, speziellen Beschichtungen und regelmäßigen Sichtprüfungen, um mögliche Lecks zu verhindern und einzudämmen.
F: Warum werden bei bestimmten oberirdischen Lagertanks Schwimmdächer verwendet?
A: Interne oder externe Schwimmdächer liegen direkt auf der Flüssigkeitsoberfläche auf und eliminieren Dampfpolster. Dies minimiert Produktverdunstungsverluste, reduziert schädliche Emissionen und verringert Brandgefahren bei der Lagerung von flüchtigen Flüssigkeiten wie Benzin und Rohöl.